Drei Untertypen
3A: Lockere, große Spirallocken. Umfang von Straßenkreide. Meist glänzend, flexibler.
3B: Engere, sprungvolle Locken. Umfang eines Permanent-Markers. Dicht, trockener als 3A.
3C: Enge Korkenzieher-Locken. Umfang eines Bleistifts. Sehr dicht, neigen zum Schrumpfen, trockenster Typ-3.
Universelle Locken-Wahrheiten
- Natürliches Öl wandert die Locke nicht gut hinunter → Spitzen sind immer trockener als der Ansatz
- Bürsten im trockenen Zustand zerstört das Lockenmuster und erzeugt Frizz
- Sulfate ziehen die Öle ab, die Locken dringend brauchen
- Die meisten Schäden kommen von Hitze, Bürsten und unsanftem Umgang
- Schrumpfung (Haar wirkt im trockenen Zustand kürzer) ist natürlich, kein Problem
Die Wasch-Routine
1. Pre-Poo (optional, empfohlen für 3C)
Öl (Kokos, Argan, Jojoba) auf trockenes Haar geben, 30 Min. bis über Nacht einwirken lassen. Schützt vor dem Auswaschen durch Shampoo.
2. Waschen
- Sulfatfreies Shampoo nur auf die Kopfhaut
- Oder Co-Wash (reinigender Conditioner) für 3A/3B, die weniger Reinigung brauchen
- Bei 3C mit Trockenheit: meist Co-Wash, monatlich klärendes Shampoo
3. Conditioner
- Haare in 4 Partien teilen
- Conditioner großzügig auf die Längen geben
- Mit den Fingern oder einem grobzahnigen Kamm entwirren — nur wenn Conditioner drauf ist
- Mit kaltem Wasser ausspülen, etwas im Haar lassen
4. Auf klatschnassem Haar stylen
- Zuerst Leave-in auftragen
- Dann eine Styling-Creme oder ein Gel
- «Praying Hands»-Methode — Produkt sektionsweise hinunterstreichen
- Nach oben scrunchen, um die Lockenformung zu fördern
5. Trocknen
- 10–20 Min. ins Mikrofaser-Handtuch «ploppen»
- Mit Diffusor bei niedriger Hitze, Locken in Richtung Kopfhaut sammeln, Haar nicht bewegen
- Oder ohne Anfassen an der Luft trocknen lassen
- «Cast» (knackige Gel-Schicht) ist gut — wenn 100 % trocken, herausscrunchen
Wichtige Inhaltsstoffe
Gut für Locken:
- Sheabutter (Feuchtigkeit halten)
- Kakaobutter
- Glycerin (bei normaler Luftfeuchtigkeit)
- Hydrolysiertes Weizen-, Reis-, Keratinprotein
- Behentrimonium Methosulfate (entwirrend)
- Ceramide
Einschränken oder meiden:
- Sulfate im täglichen Shampoo
- Nicht wasserlösliche Silikone
- Austrocknende Alkohole (Alcohol denat. weit oben im INCI)
- Sehr schwere Öle am 3A-Ansatz
Protein-Feuchtigkeits-Balance für Locken
Locken sind heikel. Zu viel Protein = knackige, harte Locken. Zu wenig = matschig, ohne Definition.
Anzeichen, dass du Protein brauchst:
- Locken wirken ausgedehnt, nicht sprungvoll
- Matschig im nassen Zustand
- Bricht leicht
Anzeichen, dass du Feuchtigkeit brauchst:
- Knackiges Gefühl, das sich nicht ausscrunchen lässt
- Locken fühlen sich eng, steif und trocken an
- Frizz trotz Produkten
Maskentypen wöchentlich wechseln: eine Feuchtigkeits-, eine Proteinmaske, wiederholen.
Nachtpflege
- Seiden- oder Satinkissen (Pflicht)
- «Pineapple»-Methode: lockerer hoher Pferdeschwanz mit weichem Scrunchie
- Bonnet oder Kopftuch für längere Frisurhaltbarkeit
- Niemals auf einem Baumwollkissen schlafen
Refresh-Routine
Zwischen den Waschtagen:
- Wasser + Leave-in (in Sprühflasche mischen) aufsprühen
- Durch die Locken streichen
- Scrunchen, um das Muster wiederzubeleben
- An der Luft trocknen oder kurz mit Diffusor
Wenn 3A ≠ 3A
Das gleiche Lockenmuster kann gegensätzliche Produkte brauchen, wenn:
- Eine Person hohe Porosität hat (gebleicht), die andere nicht
- Eine fettige Kopfhaut hat, die andere trockene
- Eine geringe Dichte hat, die andere dicke
Das Mutaly-Quiz kombiniert all diese Faktoren, damit du nicht nur «hier ist eine Lockencreme» als Rat bekommst.